Zürcher Trend 16/19 vom 17.04.2019

Der Zürcher Trend Ausgabe 16/19 vom 17. April 2019 ist für Sie online abholbereit.

Das Neuemissions-Feuer in den USA ist schneller gelöscht als gedacht. Und das ist durchaus positiv zu sehen. Nachdem der Fahrdienst-Vermittler LYFT Ende März bei seinem Börsengang mit 72 Dollar deutlich oberhalb der ursprünglichen Preisspanne lag, hatte sich kurzzeitig so etwas wie Euphorie breitgemacht, dass die in den Startlöchern stehenden weiteren Börsengänge in diesem Jahr ebenfalls zu grossen Gewinnen führen werden. Allerdings platzte das alles sehr schnell wie eine Seifenblase.

Die Themen der aktuellen Ausgabe:
  • Tech-Neuemissionen: Redimensionierung ist positiv.
  • Wall Street All-Time-High zum Greifen nah - und dann?
  • China unter der Lupe.
  • Quartalsberichtssaison: Die ersten Erkenntnisse.
  • Banken mit starkem Auftritt.
  • PEUGEOT und RENAULT: Wer ist besser?
  • Übernahmen: Hat MERCK mehr Glück?
  • Portfolio: Cash-Quote wird weiter zurückgeführt.

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Evotec: Breitseite von der Deutschen Bank

Unser Depotwert Evotec muss zur Wochenmitte einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. So verlor die Aktie des Biotech-Unternehmens am Vormittag über 3 %. Was klar auf das Konto einer neuen Einschätzung durch den zuständigen Analysten der Deutschen Bank geht. Dieser hatte die Aktie von Kaufen auf Halten zurückgestuft.

Schaut man sich die Begründung an, scheint es aber eher Entwarnung zu geben. Denn an den sehr guten Wachstumsperspektiven rüttelt auch diese neue Einschätzung nicht. Allerdings sieht die Deutsche Bank bei Evotec zumindest die kurz- bis mittelfristigen Chancen als eingepreist an. Schliesslich hat das Unternehmen bzw. die Aktie in diesem Jahr schon 40 % zulegen können und gerade bei 25,45 Euro ein neues Allzeit-Hoch erreichen können...

Autohersteller: Ein weiteres Risiko abgeräumt?

Der Dieselskandal geht nunmehr in die letzte Runde. Nach gut zweijähriger Ermittlung wirft die EU-Kommission BMW, Daimler und VW illegale Absprachen bei Abgasreinigungssystemen vor. Nun stellt sich die Frage, ob dies die Aktienkurse noch einmal unter Druck setzen wird oder nicht. Zur Erinnerung:

Es ging um den Verdacht, dass sich die Hersteller über Jahre hinweg illegal abgesprochen hatten. Konkret geht es um Absprachen über die Größe und den Einführungszeitraum sogenannter SCR-Katalysatoren für Diesel-Pkw sowie die Entwicklung von Partikelfiltern für Benziner. Es wurde ein formales Kartellverfahren eröffnet und das Ergebnis lautet nun, dass die drei Hersteller die eingeschränkte Entwicklung und Einführung von Abgasreinigungstechnologien für neue Diesel- und Benzin-Pkw im europäischen Wirtschaftsraum abgesprochen und damit gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben...

Steinhoff International: Eine weitere Atempause?

Der südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff liefert mal wieder etwas erfreulichere Nachrichten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mit deutschen Wurzeln den Abschlussbericht der Buchprüfer von PwC zum Bilanzskandal erhalten. Die Aussage darin war klar: Das frühere Management hatte viele Jahre lang systematische Bilanzfälschung betrieben. Eine Überraschung war diese Feststellung nicht, sondern eigentlich nur die Bestätigung aller bisherigen Informationen.

Immerhin ist nun quasi das Betrugsvolumen mit festgestellten rund 6,5 Milliarden Euro festgezurrt und könnte bei der strafrechtlichen Aufarbeitung noch eine Rolle spielen. Für Steinhoff selbst ermöglicht es der Bericht, dass man nun die Bilanzen 2017 und 2018 vorlegen kann...

Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank: Nächste Woche Entscheidung?

Die Gerüchteküche rund um die Fusionsgespräche zwischen Deutsche Bank und Commerzbank köcheln weiter munter vor sich hin. Wie jetzt das deutsche Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ erfahren haben will, soll die Commerzbank für nächste Woche eine Entscheidung zur Fortsetzung der Fusionsgespräche planen. Als Termin wird der Dienstag genannt.

Konkret soll es darum gehen, ob die Commerzbank die Verhandlungen mit der Deutschen Bank intensiviert oder abbricht. Aus unserer Sicht wäre letzteres ziemlich begrüssenswert. Denn die bisherigen Gespräche scheinen sich langsam festzufahren. Ganz abgesehen davon, dass eine mögliche Fusion am Markt immer kritischer gesehen wird. Denn jedermann weiss: Die immer wieder ins Spiel gebrachten Synergie-Effekte würden fast ausschliesslich nur durch Arbeitsplatzabbau gehoben werden können. Kein Wunder, dass die Politik, die hinter der Fusion zuerst die treibende Kraft war, nun augenscheinlich immer mehr auf Abstand gehen möchte...