Liefert die Markttechnik ein überraschendes Ostergeschenk?

Trotz des erneuten Scheiterns und dem noch immer offenen Ende in der leidigen Brexitfrage zeigen sich die Märkte in einer erstaunlich guten Verfassung. Damit strafen sie auch jene Stimmen ab, die unverändert diese Themen höher hängen als es die Börsen einschätzen. 

Wir werden nicht müde, immer wieder zu widerholen: Die Börsen denken immer zwei bis drei Schritte weiter als Konjunkturexperten und Medien. Es ist daher kein Wunder für uns, dass die Kurse nun den Angriff auf die alten Höchstkurse vornehmen, wenn auch sehr differenziert und keinesfalls im Gleichschritt, siehe Bayer oder Banken. Wie stellt sich die Perspektive für das 2. Quartal nun dar?

Die spannendste Ausgangslage entsteht natürlich derzeit an der Wall Street. Alle drei Indices (Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq) befinden sich im Anlauf auf die Spitzen, wenn auch mit unterschiedlicher Markttechnik...


Das sind die technischen Konstellationen der Big 3

Der Dow Jones bemüht sich gerade, den Eindruck einer Schulter-Kopf-Schulter Formation zu vermeiden. In der Tat ist dieser Begriff an dieser Stelle auch etwas dünn, passende wäre der Begriff „Dreifach-Top“, siehe Grafik. Im S&P 500 sieht es ähnlich aus, auch wenn hier die Unterschiede zwischen den Hochs schon etwas ausgeprägter sind. Sehr viel besser sieht es hingegen im Nasdaq aus, der bestenfalls mit einem „Double-Top“ eine Herausforderung bekommt. So oder so: Eine Entscheidung steht u.E. über die Ostertage an. Welche Grundkonstellation benötigen alle drei, um ein eindeutiges Signal zu setzen?

Was sagt das Fundamentale Umfeld?

An erster Stelle stehen die Konjunkturaussichten bzw. der Zinsausblick. Schon mehren sich die Stimmen nach einer Zinssenkung (!) im ersten Halbjahr, da die Sorgen im Raum stehen, dass die US-Wirtschaft sich bereits deutlich weiter abgekühlt hat als bislang angenommen. Klarheit besteht darüber nicht, aber das ist auch nicht notwendig. Denn im Kern zu beiden Fragen stehen die erneuten Produktivitätssteigerungen, welche durch die unverändert hohen Technologieinvestitionen vorangetrieben werden. Diese halten die Inflation in Schach und somit die Zinsen niedrig. Gute Voraussetzungen für steigende Kurse. Und da in dieser Woche weitere wichtige Konjunkturdaten anstehen, dürfte schon in den kommenden Tagen ein Vorsignal geliefert werden.

Fazit: Halten Sie sich bereit für die möglicherweise größte Überraschung des ersten Halbjahres: Technische Kaufsignale in den Leitindices als Ostergeschenk!