Panalpina: Logistikkonzern wird nun doch dänisch

Lange hat sich der Schweizer Logistikkonzern Panalpina geziert. Nun ist man sich aber doch mit der dänischen DSV einig geworden. Der skandinavische Logistikriese hatte bereits im Januar eine Übernahmeofferte über 170 Franken je Aktie präsentiert, diese Mitte Februar auf 180 Franken nachgebessert. 

Dennoch gab es bislang grossen Widerstand insbesondere beim Hauptaktionär, der Ernst-Göhner-Stiftung, die 46 % der Stimmen hält. Weitere Anteile von je 10-12 % lagen bei den Finanzinvestoren Cevian (bitte an Thyssenkrupp erinnern) und Artisan.

Jedoch gab es Anfang März bereits erste Signale, dass die Ablehnung insbesondere durch die Stiftung bröckeln würde. Dies hatten wir in der Ausgabe 10/19 des Zürcher Trends zum Anlass genommen, um nach den vorangegangenen Korrekturverlusten eine spekulative Wette auf eine  letztlich erfolgreiche Übernahme zu starten...


Wiederstand aufgegeben

Nun können wir die Ernte einfahren. Denn DSV besserte nochmals nach und zahlt Panalpina-Aktionären nun über einen Aktientausch im Verhältnis 1 Panalpina-Aktie für 2,375 DSV-Aktien einen  rechnerischen Preis von 195,80 Franken je Aktie.

Durch diese Aufstockung hat man nun sowohl von der Ernst-Göhner-Stiftung als auch von Cevian und auch Artisan eine unwiderrufliche Zustimmung zur Übernahme erhalten. Das neue Unternehmen soll übrigens DSV Panalpina heissen und wäre hinter Marktführer DHL und Kühne + Nagel die Nummer 3 im weltweiten Logistiksektor mit geschätzt rund 6,5 % des weltweiten Frachtvolumens.

Neues Investment in DSV?

Bleibt noch die Frage, ob bisherige Panalpina-Aktionäre dauerhaft in DSV Panalpina investiert sein sollten. DSV selbst war bislang sehr solide unterwegs. Im vergangenen Jahr konnten Umsatz und operativer Gewinn auf Ebene EBITDA um 5,5 % bzw. 9,6 % gesteigert werden. Bisherige Marktprognosen gingen davon aus, dass in diesem Jahr der Umsatz um weitere 4-4,5 % gesteigert werden kann, während beim EBITDA sogar ein Plus von über 50 % erwartet wurde. 

Auch wenn durch den Aktientausch die finanziellen Ressourcen geschont werden, ist mit höheren Integrationskosten zu rechnen. Die spannende Frage wird sein, inwieweit diese sehr zügig durch die dargestellten Synergie-Effekte, insbesondere durch Skaleneffekte im Kapazitätseinkauf (DSV selbst hält keine eigenen Transport-Assets wie Flugzeuge oder LKWs im Bestand) kompensiert werden können.

Was ist mit Panalpina?

Fazit: Natürlich bringt die Nachricht der erfolgreichen Übernahme die Aktie von DSV erst einmal etwas unter Druck, allerdings noch recht moderat. Deshalb würden wir an dieser Stelle erst einmal empfehlen, Panalpina in Richtung des Aktienumtausches weiter zu halten. Ob dann dauerhaft auch eine Positionierung in DSV empfehlenswert ist, entscheiden wir, wenn der Konzern nähere Details zu den Integrationskosten veröffentlicht hat.

 

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