Voestalpine erfindet sich neu

Die Aktie des österreichischen Stahlunternehmens wird eine der spannendsten europäischen Turnaround-Wetten des Jahres werden! VOESTALPINE ist ein altes Stahlunternehmen ohne Kohle- und Erzbasis, gegründet im Zweiten Weltkrieg.Daraus machte der ungewöhnlich kreative Chef Wolfgang Eder einen breit ausgebauten Technikkonzern. Er war im Vorjahr auch der einzige Stahlmanager Europas, der es wagte, ein neues Stahlwerk in der Steiermark aufzubauen. 

Die Ursachen für die Achterbahnfahrt der Aktie sind bekannt. Bei der letzten Gewinnwarnung kündigte der Konzern eine Ergebnisverschlechterung von 230 Mio. Euro an. Dafür waren drei Gründe verantwortlich: das Kartellverfahren in Deutschland, Probleme im US-Werk Cartersville (Georgia) und die Verschlechterung der Konjunktur.Doch Eder wäre nicht Eder, wenn er in der Krise keine Chance sehen würde...


E-Mobilität rückt in den Fokus

VOESTALPINE setzt ab jetzt auf den Wandel in der Automobilbranche und sieht hier die Perspektive für die Erholung. Künftig sollen mehr Teile und Komponenten von E-Motoren entwickelt und gebaut werden. Der Linzer Konzern ist bereits der größte Hersteller von Elektrobandqualitäten in Europa, aus denen Elektromotoren bestehen, und will künftig deutlich seine Stärke für die weitere Entwicklung von Elektromotoren ausbauen. Durch das Gewicht der Elektromotoren, vor allem der Batterien, ist das Thema Leichtbau in der E-Mobilität noch stärker als bisher in den Fokus gerückt. 

Günstige Bewertung

Mit einem KGV von 8,5 (Gewinn 3,29 Euro/Aktie) ist VOEST wohl kaum günstiger zu haben. Schon jetzt liegen die Schätzungen für 2020/21 bei 3,52 Euro/Aktie, was das KGV beim aktuellen Kursniveau auf 7,66 drücken würde. Ausgehend davon, dass es in den nächsten Monaten zu keinen dramatischen Verwerfungen kommt, ist entsprechend der bereits in der Ad-hoc-Meldung vom 16. Januar 2019 indizierten Entwicklung davon auszugehen, dass das operative Ergebnis (EBITDA) des Geschäftsjahres 2018/19 in einer Größenordnung von 1,5 Mrd. Euro und das Betriebsergebnis (EBIT) im Bereich von 750 Mio. Euro liegen wird. Dabei werden die Umsatzerlöse im mit 31. März 2019 zu Ende gehenden Geschäftsjahr auf einem neuen Höchstwert liegen.

Die Frage lautet also: Wann wird die Börse Vorschusslorbeeren auf die erweiterte Linie verteilen? Tritt dies ein, ist der doppelte Boden des Kursverlaufs wohl der Beginn einer klassischen Erholungsspekulation. Der Chart könnte jedenfalls kaum besser ausfallen.

Fazit: Wir greifen daher vor und gehen zumindest mit einer Anfangsposition auf dem aktuellen Kursniveau bei rund 27 Euro in Stellung.