Nokia: Politik räumt Wettbewerber zur Seite

Der neue Mobilfunk Standard 5G steckt zwar nach wie vor technisch und von der Markteinführung her in den Kinderschuhen. Trotzdem kommen weder Telekomanbieter noch deren Ausrüster an dem Thema vorbei. So hatte auch der finnische Mobilfunkausrüster Nokia 5G als Wachstumsthema ganz nach oben gesetzt. Allerdings mit der Einschränkung, dass man hier erst ab 2020 mit einer deutlichen Dynamisierung der Aufträge rechnet.


Nokia will erst mal sparen!

Deshalb hatte der Netzwerkausrüster vor kurzem auch angekündigt, nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal ein weiteres Sparprogramm aufzulegen. Dieses soll bis Ende 2020 dem Unternehmen rund 700 Millionen Euro jährlich einsparen. Denn kurzfristig rechnet man noch nicht mit einer Auftragsschwemme, da viele Telekomanbieter gerade erst massiv in den Ausbau von 4G investiert hätten.

Nokia als lachender Dritter!

Immerhin: Auch wenn die kurzfristige Perspektive von Nokia relativ zurückhaltend ausschaut, könnte von ungewohnter Seite her Schützenhilfe kommen. Denn ausgerechnet der bislang führende Anbieter von 5G-Ausrüstungen, die chinesische Huawei, bekommt derzeit massive Probleme in einigen westlichen Märkten. Mit dem (bislang nicht bewiesenen) Verdacht, dass die Huawei-Technologien zum Ausspionieren genutzt werden, haben die USA, Australien und nun auch Neuseeland das chinesische Unternehmen als Handelspartner für 5G verbannt. Lachende Dritte könnten hierbei die beiden Wettbewerber Nokia und die schwedische Ericsson sein.

Charttechnische Herausforderung!

Ob das angesichts der nötigen massiven Investitionen für den Aufbau flächendeckender 5G-Netze auch in diesen Märkten durchhaltbar ist, bleibt abzuwarten. Für das finnische Unternehmen könnte sich zumindest daraus vorerst ein freundlicheres Stimmungsbild ergeben. Um dieses zu rechtfertigen, muss die Aktie allerdings erst den aktuellen Test der 100-Tage-Linie bei derzeit 4,80 Euro erfolgreich beenden.