Steinhoff International: Eine weitere Atempause?

Der südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff liefert mal wieder etwas erfreulichere Nachrichten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mit deutschen Wurzeln den Abschlussbericht der Buchprüfer von PwC zum Bilanzskandal erhalten. Die Aussage darin war klar: Das frühere Management hatte viele Jahre lang systematische Bilanzfälschung betrieben. Eine Überraschung war diese Feststellung nicht, sondern eigentlich nur die Bestätigung aller bisherigen Informationen.

Immerhin ist nun quasi das Betrugsvolumen mit festgestellten rund 6,5 Milliarden Euro festgezurrt und könnte bei der strafrechtlichen Aufarbeitung noch eine Rolle spielen. Für Steinhoff selbst ermöglicht es der Bericht, dass man nun die Bilanzen 2017 und 2018 vorlegen kann...

Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank: Nächste Woche Entscheidung?

Die Gerüchteküche rund um die Fusionsgespräche zwischen Deutsche Bank und Commerzbank köcheln weiter munter vor sich hin. Wie jetzt das deutsche Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ erfahren haben will, soll die Commerzbank für nächste Woche eine Entscheidung zur Fortsetzung der Fusionsgespräche planen. Als Termin wird der Dienstag genannt.

Konkret soll es darum gehen, ob die Commerzbank die Verhandlungen mit der Deutschen Bank intensiviert oder abbricht. Aus unserer Sicht wäre letzteres ziemlich begrüssenswert. Denn die bisherigen Gespräche scheinen sich langsam festzufahren. Ganz abgesehen davon, dass eine mögliche Fusion am Markt immer kritischer gesehen wird. Denn jedermann weiss: Die immer wieder ins Spiel gebrachten Synergie-Effekte würden fast ausschliesslich nur durch Arbeitsplatzabbau gehoben werden können. Kein Wunder, dass die Politik, die hinter der Fusion zuerst die treibende Kraft war, nun augenscheinlich immer mehr auf Abstand gehen möchte...

Schweizer Börse: Stühle rücken im SMI

Die von uns besprochene Abspaltung der Augenheil-Sparte Alcon von Novartis hat nun auch Folgen für den wichtigsten Schweizer Index SMI. Denn wenn die neuen Papiere am 9. April erstmals an der Börse notiert werden sollen, wird Alcon auch in den SMI aufgenommen. Absteigen muss dafür Julius Bär. Hier eine kleine technische Besonderheit: Denn vom 9. zum 10. April wird der SMI dann 21 Werte umfassen, da Julius Baer erst am 10. April den Index verlassen soll.

Aber Alcon drängt auch andere Werte zur Seite. So muss im Swiss Leader Index SLI (insgesamt 30 Werte) der Duty-Free-Händler Dufry seinen Platz für Alcon räumen. Ausserdem verdrängt das Augenheil-Unternehmen im Mid-Cap-Index SMIM die Bäckereikette Aryzta.

Wir hatten bei der letzten Besprechung im Zürcher Trend dazu geraten, nach der Abspaltung von Alcon die Aktien weiter zu halten. Dies wird bestätigt.

Lyft: Willkommen in der Realität

Die Euphorie hielt ja nicht lange an! Am Freitag hatte der Fahrdienst-Vermittler Lyft sein lang erwartetes und heiss gehandeltes IPO an der US-Börse. Im Vorfeld konnte das Unternehmen aufgrund einer überschäumenden Nachfrage sogar seinen Platzierungspreis auf zuletzt 72 Dollar je Aktie anheben. Am Tag des Börsengangs schoss der Wert letztlich bis auf die bisherige Rekordmarke von 88,60 Dollar hoch.

Für alle, die trotz des hohen IPO-Preises gezeichnet hatten, sicherlich ein schöner Gewinn. Was dazu führte, dass viele auch diese Zeichnungsgewinne mitnahmen. Mit der Folge, dass die Aktie geradezu abstürzte. Am Dienstag erreichte sie im Handelsverlauf ihr vorläufiges Tief bei 66,10 Dollar, konnte sich dann noch mit einem kleinen Aufschlag dazu mit 68,97 Dollar in den Feierabend retten. Doch auch damit liegt der Wert nun unter seinem Ausgabepreis...

Liefert die Markttechnik ein überraschendes Ostergeschenk?

Trotz des erneuten Scheiterns und dem noch immer offenen Ende in der leidigen Brexitfrage zeigen sich die Märkte in einer erstaunlich guten Verfassung. Damit strafen sie auch jene Stimmen ab, die unverändert diese Themen höher hängen als es die Börsen einschätzen. 

Wir werden nicht müde, immer wieder zu widerholen: Die Börsen denken immer zwei bis drei Schritte weiter als Konjunkturexperten und Medien. Es ist daher kein Wunder für uns, dass die Kurse nun den Angriff auf die alten Höchstkurse vornehmen, wenn auch sehr differenziert und keinesfalls im Gleichschritt, siehe Bayer oder Banken. Wie stellt sich die Perspektive für das 2. Quartal nun dar?

Die spannendste Ausgangslage entsteht natürlich derzeit an der Wall Street. Alle drei Indices (Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq) befinden sich im Anlauf auf die Spitzen, wenn auch mit unterschiedlicher Markttechnik...