Tesla: Grosse Erwartungen

Die nächsten Tage könnten für den amerikanischen E-Auto-Pionier Tesla entscheidend werden - wieder einmal. Denn gleich zwei Themen stehen auf dem Programm. So will Tesla morgen sein heiss diskutiertes Model Y in Los Angeles vorstellen. Dabei handelt es sich um einen SUV, der rund 10 % grösser ist als das Model 3.

Mit dem Model Y verbinden sich im Markt nicht nur viele Erwartungen, was Technik und Ausstattung angeht. Es dürfte auch eine Rolle spielen, dass mit der Vorstellung des SUV das Langfrist-Projekt S3XY (Models S, 3, X und Y) nun seine Vollendung findet. Allerdings dürften die Fragen im Markt nicht weniger werden. Dies gleich zu Beginn, da der SUV, dessen Fertigungsbeginn frühestens 2020 sein soll und rund 10 % mehr kostet als Model 3 mit etwas weniger Reichweite...

Voestalpine erfindet sich neu

Die Aktie des österreichischen Stahlunternehmens wird eine der spannendsten europäischen Turnaround-Wetten des Jahres werden! VOESTALPINE ist ein altes Stahlunternehmen ohne Kohle- und Erzbasis, gegründet im Zweiten Weltkrieg.Daraus machte der ungewöhnlich kreative Chef Wolfgang Eder einen breit ausgebauten Technikkonzern. Er war im Vorjahr auch der einzige Stahlmanager Europas, der es wagte, ein neues Stahlwerk in der Steiermark aufzubauen. 

Die Ursachen für die Achterbahnfahrt der Aktie sind bekannt. Bei der letzten Gewinnwarnung kündigte der Konzern eine Ergebnisverschlechterung von 230 Mio. Euro an. Dafür waren drei Gründe verantwortlich: das Kartellverfahren in Deutschland, Probleme im US-Werk Cartersville (Georgia) und die Verschlechterung der Konjunktur.Doch Eder wäre nicht Eder, wenn er in der Krise keine Chance sehen würde...

VOLKSWAGEN erfindet sich endlich neu!

Der Automobilsalon in Genf hat es diesmal wirklich in sich. Statt reihenweise spritfressende PS-Bolide zu präsentieren, zeigen sich insbesondere die deutschen Hersteller offen für ein völlig neues Denken.

Die Industrie verändert sich und zwar massiv und einer Geschwindigkeit, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre. Es geht um einen Aufbruch in eine neue Ära, geprägt von Kooperationen neuer Art, und Konkurrenten von einst arbeiten Hand in Hand an neuen Geschäftsmodellen, wo Zulieferer mit Tech-Konzernen kooperieren und direkt oder über Kreuz miteinander durch Start-ups kollaborieren.

Die Motivation dafür ist klar: Nach dem Fiasko um den Dieselbetrug und den damit nicht enden wollenden Aufklärungen über die Vergangenheit geht es um nichts anderes als um das Überleben in der Zukunft. Denn mittlerweile ist auch den Deutschen klar geworden, dass die deutsche Vorzeigeindustrie nicht gottgegeben auf ewig Bestand hat...

Steinhoff International: Wo kommt noch Geld her?

Beim südafrikanischen Möbelhändler mit deutschen Wurzeln Steinhoff International könnte die Bilanzaffäre nun in ihre finale Etappe gehen. Denn spätestens im April will der Konzern den Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zu den Geschäftsjahren 2017-2018 veröffentlichen. Die Wirtschaftsprüfer sollen nach Auskunft von Steinhoff derzeit an den letzten Details arbeiten und wahrscheinlich in zwei Wochen ihr Ergebnis dem Unternehmen vorlegen. 

Firmenchef Louis du Preez hatte angekündigt, möglichst zügig diesen Bericht auch dem Markt zugänglich zu machen. Damit könnte dann der Schlusspunkt unter die Affäre gesetzt werden. Der Konzern wäre 2017/18 fast zusammengebrochen, nachdem bekannt wurde, dass man die eigenen Vermögenspositionen künstlich nach oben getrieben hatte. So wurden beispielsweise Markenrechte zu hoch bewertet, zu hohe Preisaufschläge bei Firmenkäufen bilanziert und Immobilien hin und her geschoben...

Uber und Lyft: Das Rennen zum Aktienmarkt wird heiss

Das aktuelle Börsenjahr könnte zum Jahr der Fahrdienste werden. Denn die beiden US-Wettbewerber Uber und Lyft hatten schon letztes Jahr angekündigt, in 2019 den Gang an die Börse zu wagen. Dabei scheint es von Anfang an ein Kampf David gegen Goliath zu sein. Denn während Uber nach bisherigen Prognosen eine Bewertung am Aktienmarkt von bis zu 120 Milliarden Dollar bekommen könnte, liegen die Schätzungen bei Lyft derzeit im Bereich von 18 bis 30 Milliarden Dollar.

Beide Firmen sind Flaggschiffe der sogenannten Sharing Economy. Wobei die Sympathien in der öffentlichen Wahrnehmung recht eindeutig verteilt sind. Während Uber mit seiner weltweiten Expansion und zuweilen fragwürdigen Umgang mit seinen Fahrern und den Gesetzen in den jeweiligen Zielmärkten als „Böser“ gilt, werden die Leute von Lyft, das sich bislang nur auf den amerikanischen und kanadischen Markt konzentriert, als die „Nice Guys“ angesehen...