Panalpina: Logistikkonzern wird nun doch dänisch

Lange hat sich der Schweizer Logistikkonzern Panalpina geziert. Nun ist man sich aber doch mit der dänischen DSV einig geworden. Der skandinavische Logistikriese hatte bereits im Januar eine Übernahmeofferte über 170 Franken je Aktie präsentiert, diese Mitte Februar auf 180 Franken nachgebessert. 

Dennoch gab es bislang grossen Widerstand insbesondere beim Hauptaktionär, der Ernst-Göhner-Stiftung, die 46 % der Stimmen hält. Weitere Anteile von je 10-12 % lagen bei den Finanzinvestoren Cevian (bitte an Thyssenkrupp erinnern) und Artisan.

Jedoch gab es Anfang März bereits erste Signale, dass die Ablehnung insbesondere durch die Stiftung bröckeln würde. Dies hatten wir in der Ausgabe 10/19 des Zürcher Trends zum Anlass genommen, um nach den vorangegangenen Korrekturverlusten eine spekulative Wette auf eine  letztlich erfolgreiche Übernahme zu starten...

E-Mobilität: Neue deutsche Beweglichkeit

Die Umwälzungen im deutschen Automobilesektor gehen gleich mehrfach in eine weitere Runde. So steht DAIMLER offenkundig kurz vor einer weiteren Kooperation mit GEELY, dem Autokonzern ihres chinesischen Großaktionärs (9,7 %) Li Shufu. DAIMLER will die Hälfte seiner Kleinwagenmarke Smart an GEELY verkaufen und nach Informationen der „Börsen-Zeitung“ soll die Transaktion in den nächsten Tagen, auf jeden Fall aber vor der Automesse in Schanghai Mitte April eingetütet werden. 

Bereits im Oktober hatten die beiden Marken für das laufende Jahr ein gleichberechtigtes Joint Venture für Luxusfahrdienste in China mit Mercedes-Modellen angekündigt.

Damit zieht DAIMLER einen ersten Strich unter das Projekt „Smart“. 2018 wurden weltweit 128.802 Einheiten verkauft, ein Rückgang zum Vorjahr um 4,6 %. Ein Grund für den Rückgang waren unter anderem Lieferverzögerungen bei den Elektroversionen, nachdem es Schwierigkeiten mit dem Zelllieferanten LG Chem und anschließend mit der Batterie gegeben hatte...

Tesla: Grosse Erwartungen

Die nächsten Tage könnten für den amerikanischen E-Auto-Pionier Tesla entscheidend werden - wieder einmal. Denn gleich zwei Themen stehen auf dem Programm. So will Tesla morgen sein heiss diskutiertes Model Y in Los Angeles vorstellen. Dabei handelt es sich um einen SUV, der rund 10 % grösser ist als das Model 3.

Mit dem Model Y verbinden sich im Markt nicht nur viele Erwartungen, was Technik und Ausstattung angeht. Es dürfte auch eine Rolle spielen, dass mit der Vorstellung des SUV das Langfrist-Projekt S3XY (Models S, 3, X und Y) nun seine Vollendung findet. Allerdings dürften die Fragen im Markt nicht weniger werden. Dies gleich zu Beginn, da der SUV, dessen Fertigungsbeginn frühestens 2020 sein soll und rund 10 % mehr kostet als Model 3 mit etwas weniger Reichweite...

Voestalpine erfindet sich neu

Die Aktie des österreichischen Stahlunternehmens wird eine der spannendsten europäischen Turnaround-Wetten des Jahres werden! VOESTALPINE ist ein altes Stahlunternehmen ohne Kohle- und Erzbasis, gegründet im Zweiten Weltkrieg.Daraus machte der ungewöhnlich kreative Chef Wolfgang Eder einen breit ausgebauten Technikkonzern. Er war im Vorjahr auch der einzige Stahlmanager Europas, der es wagte, ein neues Stahlwerk in der Steiermark aufzubauen. 

Die Ursachen für die Achterbahnfahrt der Aktie sind bekannt. Bei der letzten Gewinnwarnung kündigte der Konzern eine Ergebnisverschlechterung von 230 Mio. Euro an. Dafür waren drei Gründe verantwortlich: das Kartellverfahren in Deutschland, Probleme im US-Werk Cartersville (Georgia) und die Verschlechterung der Konjunktur.Doch Eder wäre nicht Eder, wenn er in der Krise keine Chance sehen würde...

VOLKSWAGEN erfindet sich endlich neu!

Der Automobilsalon in Genf hat es diesmal wirklich in sich. Statt reihenweise spritfressende PS-Bolide zu präsentieren, zeigen sich insbesondere die deutschen Hersteller offen für ein völlig neues Denken.

Die Industrie verändert sich und zwar massiv und einer Geschwindigkeit, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre. Es geht um einen Aufbruch in eine neue Ära, geprägt von Kooperationen neuer Art, und Konkurrenten von einst arbeiten Hand in Hand an neuen Geschäftsmodellen, wo Zulieferer mit Tech-Konzernen kooperieren und direkt oder über Kreuz miteinander durch Start-ups kollaborieren.

Die Motivation dafür ist klar: Nach dem Fiasko um den Dieselbetrug und den damit nicht enden wollenden Aufklärungen über die Vergangenheit geht es um nichts anderes als um das Überleben in der Zukunft. Denn mittlerweile ist auch den Deutschen klar geworden, dass die deutsche Vorzeigeindustrie nicht gottgegeben auf ewig Bestand hat...