Uber und Lyft: Das Rennen zum Aktienmarkt wird heiss

Das aktuelle Börsenjahr könnte zum Jahr der Fahrdienste werden. Denn die beiden US-Wettbewerber Uber und Lyft hatten schon letztes Jahr angekündigt, in 2019 den Gang an die Börse zu wagen. Dabei scheint es von Anfang an ein Kampf David gegen Goliath zu sein. Denn während Uber nach bisherigen Prognosen eine Bewertung am Aktienmarkt von bis zu 120 Milliarden Dollar bekommen könnte, liegen die Schätzungen bei Lyft derzeit im Bereich von 18 bis 30 Milliarden Dollar.

Beide Firmen sind Flaggschiffe der sogenannten Sharing Economy. Wobei die Sympathien in der öffentlichen Wahrnehmung recht eindeutig verteilt sind. Während Uber mit seiner weltweiten Expansion und zuweilen fragwürdigen Umgang mit seinen Fahrern und den Gesetzen in den jeweiligen Zielmärkten als „Böser“ gilt, werden die Leute von Lyft, das sich bislang nur auf den amerikanischen und kanadischen Markt konzentriert, als die „Nice Guys“ angesehen...


David gegen Goliath

Was beiden gemeinsam ist: Obwohl sie kräftige Umsatzzuwächse verbuchen, verlieren beide Unternehmen bislang noch massiv Geld. So hat Lyft, das am vergangenen Freitag seine Unterlagen zum Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, laut dem Wertpapierprospekt im vergangenen Jahr trotz einer Umsatzverdopplung auf 2,2 Milliarden Dollar einen Verlust von 911 Millionen Dollar gemacht.

Ähnlich sieht das Verhältnis bei Uber aus, wenngleich die Grössenordnungen deutlich mächtiger sind. So setzte Uber im letzten Jahr 11,3 Milliarden Dollar um. Allerdings beschränkt sich das Unternehmen längst nicht mehr nur auf Fahrdienstleistungen, sondern bietet mit Uber Eats auch einen Essen-Lieferdienst an. Unter dem Strich verlor der Konzern 1,8 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, was gegenüber 2017 mit einem Minus von 2,2 Milliarden Dollar aber ein Fortschritt war. Allerdings zeigen insbesondere die Umsatzzahlen, dass es hier im vergangenen Jahr zu einem geradezu dramatischen Rückgang des Wachstumstempos gekommen war von über 50 % Quartalswachstum zum Anfang auf nur noch rund 30 % zum Jahresende.

Warum Lyft Erster sein muss

Während Uber bislang hinsichtlich des Börsengangs bei der Sprachregelung bleibt, im Laufe des Jahres den Gang an die Börse antreten zu wollen, drückt nun Lyft aufs Tempo. Was nachvollziehbar ist. Denn wenn man hier erst als Zweitplatzierter an den Markt kommt, könnte das IPO mangels Nachfrage zum Flop werden. Denn das Schwergewicht Uber dürfte trotz der zu hinterfragenden Unternehmenszahlen viel Liquidität aus dem Markt ziehen.

Sollten beide Unternehmen letztlich an der Börse notieren, wird sich der Erfolg wohl vor allem an den weiteren Wachstumsraten messen lassen. Und da könnte letzten Endes Lyft die Nase vorn haben. Was auch auf die Marktanteile abfärbt. Denn im wichtigsten Markt, den USA, ist die Tendenz bislang eindeutig zugunsten von Lyft.