Wirecard: Auf dem Weg zur Entscheidung?

Beim deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard schaut alles gebannt auf den morgigen Tag. Denn dann läuft offiziell das bisherige Leerverkaufsverbot der deutschen Finanzaufsicht ab. Allerdings erst nach Börsenschluss, was bedeutet, dass es erst nach dem langen Oster-Wochenende so richtig spannend werden könnte. Allerdings besteht auch noch die Möglichkeit, dass die BaFin das Verbot verlängert. Ein Indiz könnte dafür sein, dass nun auch offiziell Anzeige bei zuständigen Münchner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Marktmanipulation gestellt wurde. 

Gegen wen konkret, ist bislang nicht bekannt. Doch genau so, wie das Leerverkaufsverbot für eine einzelne Aktie ungewöhnlich war,. So könnte die BaFin womöglich befürchten, dass bis zu Klärung des Sachverhaltes neue Attacken möglich sind. Das würde für eine Verlängerung des Verbots sprechen.

Doch auch, wenn die BaFin das Leerverkaufsverbot verlängert, könnte es in den nächsten Tagen wieder grösseren Druck auf die Wirecard-Aktie geben. Dies aus zwei Gründen:...

Netflix: Muss man sich wirklich Sorgen machen?

Mit Spannung hatte der Markt die Zahlen von Netflix zum ersten Quartal erwartet. Denn dem derzeit grössten Videostreaming-Anbieter bläst schon länger der Wind des Wettbewerbs scharf ins Gesicht und die Intensität dürfte nur noch zunehmen. Erst vor wenigen Tagen hatte auch der Entertainment-Gigant Disney angekündigt, ein neues Streaming-Angebot auf die Beine stellen zu wollen. Damit hat es Netflix nicht nur mit bisherigen Rivalen wie Amazon und Hulu zu tun, sondern zukünftig auch mit Disney und Apple, die ebenfalls ein Streaming-Angebot aufbauen.

Kein Wunder, dass auf den ersten Blick Anleger und Analysten nach dem berühmten Haar in der Suppe suchten - und auch fanden. Denn für das laufende zweite Quartal wie auch für das Gesamtjahr hat Netflix seine Wachstumserwartungen bei zahlenden Nutzern zurückgeschraubt. So rechnet die Firma für dieses Quartal im US-Markt nur noch mit einem Nettozuwachs von rund 327.000 Kunden. Die bisherige Prognose lag bei 698.000. International rechnet Netflix mit einem Plus von 4,8 Millionen statt bislang erwarteter 5,5 Millionen...

Evotec: Breitseite von der Deutschen Bank

Unser Depotwert Evotec muss zur Wochenmitte einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. So verlor die Aktie des Biotech-Unternehmens am Vormittag über 3 %. Was klar auf das Konto einer neuen Einschätzung durch den zuständigen Analysten der Deutschen Bank geht. Dieser hatte die Aktie von Kaufen auf Halten zurückgestuft.

Schaut man sich die Begründung an, scheint es aber eher Entwarnung zu geben. Denn an den sehr guten Wachstumsperspektiven rüttelt auch diese neue Einschätzung nicht. Allerdings sieht die Deutsche Bank bei Evotec zumindest die kurz- bis mittelfristigen Chancen als eingepreist an. Schliesslich hat das Unternehmen bzw. die Aktie in diesem Jahr schon 40 % zulegen können und gerade bei 25,45 Euro ein neues Allzeit-Hoch erreichen können...

Autohersteller: Ein weiteres Risiko abgeräumt?

Der Dieselskandal geht nunmehr in die letzte Runde. Nach gut zweijähriger Ermittlung wirft die EU-Kommission BMW, Daimler und VW illegale Absprachen bei Abgasreinigungssystemen vor. Nun stellt sich die Frage, ob dies die Aktienkurse noch einmal unter Druck setzen wird oder nicht. Zur Erinnerung:

Es ging um den Verdacht, dass sich die Hersteller über Jahre hinweg illegal abgesprochen hatten. Konkret geht es um Absprachen über die Größe und den Einführungszeitraum sogenannter SCR-Katalysatoren für Diesel-Pkw sowie die Entwicklung von Partikelfiltern für Benziner. Es wurde ein formales Kartellverfahren eröffnet und das Ergebnis lautet nun, dass die drei Hersteller die eingeschränkte Entwicklung und Einführung von Abgasreinigungstechnologien für neue Diesel- und Benzin-Pkw im europäischen Wirtschaftsraum abgesprochen und damit gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben...

Steinhoff International: Eine weitere Atempause?

Der südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff liefert mal wieder etwas erfreulichere Nachrichten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mit deutschen Wurzeln den Abschlussbericht der Buchprüfer von PwC zum Bilanzskandal erhalten. Die Aussage darin war klar: Das frühere Management hatte viele Jahre lang systematische Bilanzfälschung betrieben. Eine Überraschung war diese Feststellung nicht, sondern eigentlich nur die Bestätigung aller bisherigen Informationen.

Immerhin ist nun quasi das Betrugsvolumen mit festgestellten rund 6,5 Milliarden Euro festgezurrt und könnte bei der strafrechtlichen Aufarbeitung noch eine Rolle spielen. Für Steinhoff selbst ermöglicht es der Bericht, dass man nun die Bilanzen 2017 und 2018 vorlegen kann...