Zürcher Börsenticker 21.11.18

Grüezi mitenand!

Der Zürcher Börsenticker von 21. November 2018 steht für Sie online bereit.

Die Hauptthemen von heute sind:

  • Je schneller der Rückbau läuft, umso sicherer ist die anschliessende Erholung.
  • ...aber dicke Jumbos sind zu unbeweglich, um den Herausforderungen der neuen Märkte zu genügen.
  • In Europa gibt es zu viele Airlines....Aber wer mit wem weiterkommt, ist sehr umstritten.

Der Feldzug gegen Europas Schlüsselindustrien

Nächster Akt: Nutzfahrzeuge

Man ist ja eigentlich schon gewöhnt, dass politische Weichenstellungen in der Regel nichts mit wirtschaftlichen oder technologischen Realitäten zu tun haben. Dass dies so ist, mussten und müssen sich heutzutage auch viele Industrievertreter zurechnen lassen. 

Bestes Beispiel dafür die europäische Automobilindustrie. Obwohl diese über eine grosse Lobby-Fraktion verfügt, liessen es die Automanager in den vergangenen Jahrzehnten zu, dass in Brüssel immer schärfere Abgasnormen beschlossen worden. Mit dem Ergebnis, dass am Ende nur noch durch Betrug diese Normen eingehalten werden konnten, Stichwort Dieselgate. Doch statt daraus zu lernen, liegt nun die Blaupause für die nächste industrielle Katastrophe auf dem Tisch.

Zürcher Trend 21.11.18

Der Zürcher Trend Ausgabe 47/18 vom 21. November 2018 ist für Sie online abholbereit.

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

++ First Page: Rollenwechsel an der Wall Street!
++ Der Dollar nähert sich seinen bisherigen Höchstständen!
++ An der Wall Street wird es liquiditätspolitisch eng.
++ New York sucht das Gleichgewicht. 
++ Johnson & Johnson und Cisco als Indikatoren.
++ Frankfurt zittert vorerst weiter.
++ Siltronic genug gestraft?
++ Renault im Sog der Ghosn-Affäre.
++ EU nimmt nächste Schlüsselbranche ins Visier.
++ Zürich: In der Zwickmühle.
++ Sonova gehört auf die Watchlist.
 
NUR FÜR ABONNENTEN

Gold und Risikomanagement

Ein Gastbeitrag von Arndt Kümpel

Zu den wichtigsten Vorteilen beim Risikomanagement von Vermögen gehört die Eigenschaft von einzelnen Vermögenswerten, sich in ihrer Wertentwicklung und -stabilität in Bezug auf einzelne Einflussfaktoren zu unterscheiden. Und so kann man sich von einer negativen Wertentwicklung umso besser schützen, je geringer der Einfluss der verursachenden Faktoren auf diesen Vermögenswert ist. Und einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf den Finanzmärkten ist der Zins.

Wie die letzten 10 Jahre seit der Finanzkrise 2008 nun zeigen, wurde die Erkenntnis, dass man eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden lösen kann, bei der Krisenintervention weltweit ignoriert. Ergebnis: Die Niedrigzinspolitik führte zu einer massiven Höherbewertung fast aller Vermögenswerte, da die für ihren Erwerb anfallenden Zinsen sehr lange sehr niedrig blieben. Der Anlagenotstand der verfügbaren Liquidität führte zu einer Jagd nach Rendite in allen, auch sehr illiquiden Anlageklassen und bewirkte, dass ein großer Teil der Anleger auf dem Risikoauge blind wurde.

Renault: Personalie erschüttert

Aufregung beim französischen Autobauer Renault. Die Aktie machte zum Wochenbeginn einen tiefen Taucher. Was war passiert?

Aus Japan wird berichtet, dass Renault-Chef Carlos Ghosn, der auch beim Partner Nissan als Verwaltungsratschef Verantwortung trägt, die Verhaftung droht. Er soll in den Jahresabschlüssen von Nissan das eigene Einkommen zu niedrig angegeben und dadurch gegen japanische Finanzmarktregeln verstoßen haben. Eine mögliche Konsequenz neben der strafrechtlichen wäre auch ein Rauswurf bei Nissan, was natürlich erhebliche Folgen wohl auch für die Allianz mit Renault hätte.

Wie bei einer Verurteilung/Strafe/Rauswurf von Ghosn seine Zukunft bei Renault aussehen könnte, bleibt ungewiss. Grundsätzlich dürfte allerdings gelten, dass der bislang als geradezu unantastbar angesehene Manager seinen Nimbus und womöglich auch seine Gestaltungsfähigkeit verlieren könnte. Und das in einer Zeit, wo Renault neue Herausforderungen ins Haus stehen. Welche dies sind, werden wir Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Zürcher Trends skizzieren.

Nachtrag: Inzwischen wurde bestätigt, dass Ghosn wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung verhaftet wurde.